HG 85 Köthen gegen HC Aschersleben (29 : 29)

Punkteteilung im Derby

von R.Nowak

Ein lachendes und ein weinendes Auge

HG 85 Köthen - HC Aschersleben 29:29 (15:16)

Mit einem 15:16 geht es in die Kabine. Christian Kanzler ist außer sich, noch auf dem Spielfeld fliegen zwei Wasserflaschen durch die Gegend. Das Schiedsrichter-Duo wirkt resolut, aber beruhigend, wie auch Trainer Dr. Bodo Kreutzmann auf unsere #12 ein. Dreizehn Sekunden vor Ablauf der ersten 30 Spielminuten netzte Chris Hoffmann zum umjubelten 15:15 ein. Das Team von Dmitri Filippov stürmte nach vorn, wurde jedoch von den Unparteiischen zurückgepfiffen. Die Uhr tickt herunter. Pit Seifert erfasst blitzschnell die Situation und wirft den Ball aus 18 Metern flach in letzter Sekunde auf das Tor. Christian Kanzler ist die Sicht verdeckt, sieht den Ball zu spät und muss ihn letztendlich aus dem Netz holen. Alle Ascherslebener Spieler, die Bank und Fans jubeln, als wäre es der Siegtreffer zum Spielende ...

Vor Spielbeginn begeistern unsere Showleader mit ihrem Auftritt das Publikum. Die Alligators gehen arg geschwächt in das Spiel vor 360 Zuschauern in der gut gefüllten Fricke-Halle. Neben Kapitän Martin Wartmann fehlt auch das Abwehrbollwerk Frank Seifert. Im Spiel ist davon allerdings nichts zu spüren. Der erste Wurfversuch von Alexander Weber verfehlt noch das Tor. Robert Kreller erzielt das 1:0 (2.), das Stephan Hasselbusch postwendend egalisiert. Die erneute Führung durch Jakob Hensen soll die vorerst letzte bleiben. Steven Just, Lukas Krug und Stefan Luther scheitern nacheinander aus aussichtsreichen Positionen an Gästetorhüter Mantas Gudonis, so dass es durch ein Tor von Pit Seifert wenig später 2:4 (7.) steht. Unsere Abwehr findet keinen Zugriff auf die schnellen Spielstafetten der Alligators. Diese bauen den Vorsprung bis zur 20. Spielminute auf 4 Tore aus (8:12). Zwei Treffer von Stefan Luther per 7m und durch Steven Just verkürzen den Rückstand auf 10:12 (23.). Wenig später erzielt Jakob Hensen den umjubelten Ausgleich (14:14/28.). Pit Seifert verwandelt in der letzten Spielminute einen Strafwurf zur Führung für die Gäste. Der Rest ist bekannt ...

In der Halbzeitpause blieb Zeit die Gemüter zu beruhigen und den Focus neu zu schärfen. Mit Wiederanpfiff übernahm Jakob Hensen Verantwortung, doch sein Geschoss landet am Pfosten, wie übrigens drei weitere Würfe unserer Männer in dieser Halbzeit. So konnte Pit Seifert auf 15:17 erhöhen. Doch der Rückstand motivierte unser Team. Binnen vier Minuten drehten sie das Ergebnis und gingen durch Tom Groll in Front (18:17/35). Die folgenden Minuten ging es hin und her, dem Ausgleich folgte die erneute Führung (22:21/45.). Zwischen der 47. und 55. Spielminute schien unser Team auf die Siegerstraße abzubiegen. Der Treffer von Lukas Krug zum 27:24 nährte die Hoffnung auf einen Derby-Sieg (55.). Aber es sollte nicht sein. Eine Umstellung im Deckungssystem der Gäste zeigte Erfolg. Carsten Kommoß, Sascha Berends und Stephan Hasselbusch erzielten binnen 140 Sekunden drei Treffer in Folge zum Ausgleich (27:27/57.). Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Lukas Krug konnte Mantas Gudonis nocheimal überwinden. Dies gelang aber auch Alexander Weber, der Christian Kanzler im Tor keine Chance ließ. Die letzten 80 Sekunden laufen. Robert Kreller versucht sich mit dem Ball in Wurfposition zu bringen, doch die Schiedsrichter pfeifen Schrittfehler. Aschersleben hat also den vermeintlich letzten Angriff. Unsere Abwehr stemmt sich gegen die drohende Niederlage und zwingt die Gäste ins Zeitspiel. Der letzte mögliche Pass erreicht Andrej Filippov, der 22 Sekunden vor Ultimo zum 28:29 trifft. Was für ein Derby. Mit dem Mut der Verzweiflung stürmen unsere Männer nach vorn. Lukas Krug wird regelwidrig am Torwurf gehindert. Es folgt ein Pfiff. Strafwurf. Die Uhr tickt herunter. Dieser 7m ist die letzte Aktion im Spiel. Unentschieden oder Niederlage? Stefan Luther verwandelt sehr nervenstark ganz sicher ... was für ein Ende!

Alle anwesenden Zuschauer sind heute voll und ganz auf ihre Kosten gekommen. Hart aber fair wurde gekämpft. Es bleibt dabei, die Alligators sind nicht unser Lieblingsgegner. Die Gesichter der Spieler beider Mannschaften haben nach Ablauf der 60 Spielminuten ein lachendes und ein weinendes Auge!

Aufstellung:

HG 85 Köthen: Christian Kanzler, Leonard Serfas; Lucas Alter, Tom Groll 2, Jakob Hensen 4, Chris Hoffmann 6, Steven Just 3, Robert Kreller 1, Lukas Krug 5, Stefan Luther 7/4, Martin Lux 1, Rene Uelsmann

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