Derby mit richtungsweisenden Charakter

von drh

Traditionsverein aus dem Salzland kämpft um den Klassenerhalt

Es geht weiter Schlag auf Schlag für die Bachstädter – am Samstag müssen sie zum nächsten heißen Derby gegen den HV RW Staßfurt in die Paul-Merkewitz-Sporthalle. Um 18.00 Uhr ist Anpfiff. Diese Auseinandersetzung ist die drittletzte Auswärtsverpflichtung des Tabellenvierten in der allmählich zu Ende gehenden Saison.

Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der Vergangenheit 27 Mal die Klingen gekreuzt haben. Dabei gingen die Bachstädter 18 Mal als Sieger vom Parkett, verloren sechs Spiele und teilten sich dreimal die Punkte. In der vorjährigen Saison entführten die Köthener beide Punkte (30:31) aus Staßfurt. Im Hinspiel der laufenden Spielzeit fügten sie dem HV die höchste Saisonniederlage 32:23 zu.

Mit nur dem schlechteren Torverhältnis als Lok Pirna liegt der Traditionsverein aus dem Salzland momentan auf einem Abstiegsplatz. Auf dem 12.Tabellenplatz schwebt die Mannschaft damit in akuter Abstiegsgefahr. Aus dieser prekären Situation herauszukommen, wird nicht einfach, wenn man sich das Restprogramm anschaut. Zu Hause empfangen sie nach der HG 85 Köthen den Tabellenzweiten HC Burgenland und danach den künftigen Aufsteiger HSV Bad Blankenburg. Auswärts sind sie beim USV Halle, dem Mitkonkurrenten um den Abstieg Zwickauer HC Grubenlampe und schließlich beim HC Glauchau – Meerane gefordert. Das ist eine Herkulesaufgabe im Kampf um den Klassenerhalt. Von der Papierform her eine fast aussichtslose Situation für die Salzländer. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Der Verein hat sich für die restlichen Spiele noch einmal die Dienste von Patrick Tuchen, der inzwischen 38 Jahre alt ist, erworben. Der Keeper hat seinen Anteil daran, dass die Abwehr der Staßfurter stabiler geworden ist und in den letzten vier Spielen in jedem Spiel nicht mehr als 25 Gegentore hinnehmen musste.

Sebastian Retting, der einst für die HG 85 Köthen in 57 Punktspielen 365 Treffer erzielte und aktuell in der Torschützenliste der Mitteldeutschen Oberliga den zweiten Platz belegt, kennzeichnet die Lage so: „Wir haben nach den Abgängen einiger Leistungsträger eine junge Mannschaft zur Verfügung, in der einige Spieler, die aus unteren Spielklassen zu uns gekommen sind, noch nicht über das Niveau verfügen, das in der Mitteldeutschen Oberliga gefordert ist, um zu bestehen. Unser Restprogramm fordert uns zu Hause gegen die drei Spitzenmannschaften dieser Liga. Das wird nicht einfach.“

Der Vorjahresneunte in der Mitteldeutschen Oberliga ist in die laufende Saison mit einem Heimsieg gegen Delitzsch (27:26) gestartet. Darauf folgte ein weiterer Doppelpunktgewinn in Apolda. Diesen Erfolgserlebnissen schlossen sich drei Niederlagen am Stück an. Nach der Punkteteilung vor heimischer Kulisse gegen den TuS Radis (33:33) folgten im Zyklus Niederlage-Sieg fünf Partien.

In der Rückrunde konnte die von Uwe Werkmeister trainierte Mannschaft von 8 Spielen lediglich zwei gewinnen, zu wenig, um die Abstiegsplätze zu verlassen. Gegen die Bachstädter wird der HV alles versuchen, siegreich zu sein. Dass sie siegen können, haben sie zuletzt gegen den Tabellenletzten SV Hermsdorf (35:24) ihrem Publikum eindrucksvoll gezeigt. Die Salzländer sind erwartungsgemäß heiß darauf, auch das Spiel gegen die Bachstädter zu gewinnen und gehen mit voller Konzentration die kommende Aufgabe an. Kampfpotenzial und Leidenschaft ist ein Markenzeichen des Gastgebers, wenn sich dazu noch erfolgreiche Leistung abrufen lässt, wird es für Svajunas Kairis und seine Mannschaft schwer. Die gebotene Leistung im Angriff der Köthener gegen den HC Aschersleben wird für einen Sieg gegen Staßfurt nicht reichen. Es sind volle Konzentration und erhöhte Wachsamkeit geboten, den Aktionsradius der gefährlichen Rückraum-Schützen des Gastgebers einzuengen. Um in Staßfurt zu bestehen, müssen die Köthener an ihre absolute Leistungsgrenze gehen, das Spielgerät zur richtigen Zeit, an den richtigen Spieler und Ort bringen. Das hat in Halbzeit zwei bei der Heimniederlage gefehlt. Sie müssen diesmal, wenn sie in die Erfolgsspur zurückkehren wollen, jede sich bietende Chance am Schopfe packen, um Tore zu erzielen. Gelingt der schnelle Rückzug nach erfolgreichen Abschlüssen, spielt der Tabellenvierte eine seiner Trumpfkarten aus, nämlich das Prunkstück Defensive inklusive Torhüter.

Die Köthener können in diesem Vergleich voraussichtlich die gleiche Besetzung ins Rennen schicken, wie zuletzt gegen Aschersleben. Dass sie sich der Unterstützung zahlreicher Mitreisender sicher sein können, ist zu erwarten.

Sebastian Meisel und Marcus Schwertz (SV Wartburgstadt Eisenach) sind mit der Spielleitung beauftragt.

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