News vom 23.05.2020 (11:53 Uhr)
Neue Wettkampfbestimmungen im Jugendbereich (2020-21)
E-Jugend (bis 10 Jahre)

Erläuterung: In der E - Jugend steht das Spielen in der Manndeckung für Abwehr und Angriff im Mittelpunkt. Dabei soll das Zusammenspiel sowohl aus taktischer Sicht als auch in sozialer Hinsicht gefördert werden.

1 Spielform: Spielform in der E-Jugend ist 6+1 Handball, die Kombination aus 4+1- und 6+1 Handball und 4+1 Handball. Eine derartige Abstufung der einzelnen Spielformen wird daher als zielführend erachtet, da man so dem unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder in dieser Altersklasse gerecht wird. Aufgrund von oftmals großen individuellen Lernfortschritten in der E-Jugend sollte der Spielbetrieb durchlässig sein und einen Wechsel zwischen den einzelnen Entwicklungsstufen innerhalb des Spieljahres ermöglichen.

2.2 Spielzeit und Organisation: Die Spielbezirke können in der Klasse der E-Jugend folgende Staffeln anbieten: a) 6+1 Handball - möglichst in Kleinturnierform b) 4+1 Handball - möglichst als Spielfeste Erläuterung: Einige Vereine haben Probleme, ausreichend Kinder für einen 6+1 Spielbetrieb für ihre Mannschaften zu gewinnen. Durch das erweiterte Angebot der Spielbezirke auf 4+1 wird Kindern der Einstieg in die Sportart Handball dennoch ermöglicht. Zudem eignet sich der 4+1 Spielbetrieb für Anfänger und Schulmannschaften. Die Mitgliedergewinnung in den Vereinen wird so nachhaltig unterstützt. Zudem empfiehlt sich eine Orientierungsrunde im Sommerspielbetrieb von April bis Juni. Vereine bekommen dort die Möglichkeit, die Leistungsstärke ihrer Mannschaften im Vergleich mit anderen einschätzen zu können. Somit erhalten sie die Möglichkeit, die Entscheidung ob 6+1 Staffel oder 4+1 Staffel zu melden, auch aus sportlicher Sicht zu treffen. Jedem Bezirk wird mindestens ein Spielfest empfohlen. Im 6+1 Handball beträgt die Spielzeit 2 mal 20 Minuten pro Spiel. Dabei wird der ersten Halbzeit die Spielform 2 mal 3 gegen 3 gespielt (vgl. Absatz 6.6). Nach 10 Minuten erfolgt eine zentrale Unterbrechung durch das Kampfgericht für 3 Minuten. Es gibt in der ersten Halbzeit kein Team-Time-Out. Die Torhüter wechseln vor Wiederanpfiff die Seiten und die Richtung des Angriffsspiels wird entsprechend getauscht. Die Unterbrechung steht zum Coaching zur Verfügung. In der zweiten Halbzeit wird 6 gegen 6 in der Manndeckung gespielt, wobei die Spielzeit ebenfalls 2x 10 Minuten mit 3 Minuten Pause beträgt. Zusätzlich steht jeder Mannschaft ein Team-Time Out zur Verfügung. Das Spielfeld im 6+1 Handball ist das Handballfeld (40 x 20 Meter). Die Torhöhe beträgt 1,60 m. Dazu müssen Minihandballtore oder Vorrichtungen zum Abhängen der normalen Tore auf die Höhe von 1,60 m verwendet werden. Im 4+1 Handball beträgt die Spielzeit mindestens 30 jedoch höchstens 40 Minuten pro Einzelspiel. Nach einer Höchstspieldauer von 10 Minuten ist das Spiel durch eine Pause zu Unterbrechen. Gespielt wird auf einem Hallendrittel (20 x 13 Meter) Beim 4+1 Handball ist der Torraum mit einer geraden Linie 5m entfernt von der Grundlinie zu markieren. Es sind rutschfeste Materialien zu verwenden. Die Torhöhe beträgt 1,60 m. Dazu müssen Minihandballtore oder Vorrichtungen zum Abhängen der normalen Tore auf die Höhe von 1,60 m verwendet werden. Erläuterung: Das Reduzieren der Torhöhe ist ein wesentliches Element des Spiels in der E - Jugend, da eine korrekte Wurfausführung am besten bei Würfen von oben nach unten erlernt wird. 2 Meter hohe Tore verleiten zu hohen Würfen, da die Torhüter diese in der Regel nicht abwehren können. Dadurch verinnerlichen die Spieler sehr oft eine falsche Technik. Die Spielform 2 mal 3 gegen 3 schult das schnelle Umschalten, welches für Handballer sehr wichtig ist. Durch die Reduktion de r Mit - und Gegenspieler auf je einer Hälfte wird die Wahrnehmung kindgerechter geschult.

3 Wertung der Spiele: Die erzielten Tore werden mit der Anzahl der Torschützen multipliziert. Dabei darf der Multiplikator jedoch nicht die Anzahl der Spieler der Mannschaft mit weniger Spielern überschreiten. Ansetzungen von Spielen und Schiedsrichtern erfolgt über nu Liga. Die sportliche Wertung erfolgt über den Staffeleiter. Erläuterung: Um möglichst viele Kinder in das Spiel einzubinden, ist es wichtig einen Anreiz innerhalb der Regeln zu schaffen. Dadurch werden gleich zwei Aspekte begünstigt. Zum einen die Verbesserung der Spielfähigkeit und der Kooperationsleistungen, zum anderen die soziale Entwicklung.

4 Strafen: Bei einer Zeitstrafe gegen einen Spieler darf dieser sofort durch einen anderen Spieler seiner Mannschaft ergänzt werden. Zeitstrafen gegen die Bank werden mit einem Penalty geahndet. Erläuterung: In der E - Jugend ist Manndeckung vorgeschrieben. Bei Über - oder Unterzahlsituationen ist dies nicht mehr sinnvoll möglich. Die Gleichzahlsituation soll daher immer erhalten bleiben.

5 Ballgröße: Es wird mit Ballgröße 0 (46-48 cm Umfang, bis 290 g Gewicht) gespielt. Erläuterung: Im Kinderhandball ist es f ü r das Erlernen einer korrekten Wurftechnik unerlässlich, dass alle Kinder den Ball gut greifen können. Es ist von Seiten der Trainer und Spielleiter auf die korrekte Ballgröße zu achten. Außerdem sollen die Bälle nicht z u hart sein. Es soll nur so viel Luft im Ball sein, dass Prellen problemlos m ö glich ist. Dass Kinder bereits in E - Jugend mit Ballgröße 1 spielen oder auch trainieren sollte unbedingt vermieden werden.

6 Spielregeln: 6.1 Torwart Der Torwart darf den Torraum nur zum Ein- und Auswechseln verlassen. Er darf den Ball nicht außerhalb des Torraums spielen. Erläuterung: In der E - Jugend ist Manndeckung vorgeschrieben. Bei Über - oder Unterzahlsituationen ist dies nicht mehr sinnvoll möglich. Die Gleichzahlsituation soll daher immer erhalten bleiben.

6.2 Abwurf – auch nach Torerfolg: Der Torwart bringt auch nach einem Torerfolg den Ball durch Torabwurf, ohne Anpfiff, wieder ins Spiel. Beim Torabwurf nach Torerfolg darf sich kein gegnerischer Spieler innerhalb der gestrichelten Freiwurflinie (bei 4+1: innerhalb von zwei Metern um die Torraumlinie) befinden. Es kann und soll aber auch die Vorteilsregelung angewendet werden. Bei Nichtbeachtung wird entsprechend der Abstandsregel beim Anwurf verfahren. Diese Regel gilt allerdings nur nach Torerfolg (also bei einem „Anwurf“), nicht bei einem normalen Abwurf vom Torwart. Erläuterung: Die Spielfortsetzung durch einen Abwurf vom Torhüter soll das Spiel beschleunigen. Das Umschaltverhalten soll geschult werden. Dabei sollen allerdings auch unsichere Spieler im Tor den Ball ins Spiel bringen können, um die Möglichkeit eines Zweikampfs mit Prellen als zusätzliche Option zu haben. Beim 4+1 ist zu beachten, dass diese Option wegfällt, und der Pass vom TW in der Regel ohne Druck durch einen Gegenspieler leichter zu spielen ist. Beim 6+1 auf das Handballfeld (40 x 20 Meter) darf der Abwurf vom Torwart von einem Mitspieler nicht in der gegnerischen Hälfte angenommen werden. Überquert ein Abwurf die Mittellinie, ohne dass ihn ein Mitspieler berührt hat, entscheidet der Schiedsrichter auf Freiwurf an der Mittellinie für die gegnerische Mannschaft. Erläuterung: Durch das große Spielfeld und Manndeckung als Vorgabe kommt es in der E - Jugend häufig vor, dass die Spieler sich beim Abwurf alle in der n ä her des abwerfenden Torwarts aufhalten und dann ein weiter Wurf nach vorne erfolgt. Die Spieler laufen dann „um die Wette“ nach dem Ball und der schnellste gewinnt. Ein Zusammenspiel kommt so nicht zustande. Der kurze Abwurf in der eigenen Hälfte soll das Zusammenspiel fördern.

6.3 Prellen/Tippen: Im 6+1 Handball darf maximal dreimal geprellt werden. Im 4+1 Handball darf einmal getippt werden. Anschließend muss ein Abspiel oder Torwurf erfolgen. Erläuterung: In der E - Jugend soll das Zusammenspiel und insbesondere „Give & Go“ als erste kooperative Basistaktik geschult werden („Give & Go“ stellt eine einfache Angriffsmöglichkeit für den Kinderhandball aus passen (give), freilaufen (go), anbieten und zurückpassen dar - im Prinzip ein direktes Doppelpassspiel zwischen zwei Angreifern). Durch die Regeln zur Einschränkung des Prellens müssen sich Spieler ohne Ball ständig bewegen, um anspielbar zu sein. Der ballführende Spieler muss die ihm zur Verfügung stehenden drei Schritte optimal nutzen. Zudem wird der soziale Aspekt („Handball geht nur gemeinsam“) unterstützt. Dennoch ermöglicht die Regel dem Angreifer das Umspielen des Abwehrspielers mit maximal drei Dribbelschlägen.

6.4 Abwehr - es muss Manndeckung gespielt werden: Erläuterung: Das Spiel 1 gegen 1 ist das zentrale Element im Kinderhandball und soll in der E-Jugend gezielt gefördert werden. Zudem sind Tiefenräume essentiell für das Zusammenspiel auf dem kleineren Spielfeld.

6.5 Penalty statt 7-Meter-Strafwurf: Zur Ausführung des Penalty-Wurfs die folgenden Hinweise: In einem zentralen Spielstreifen (etwa Breite der Torpfosten) startet ein Spieler mit Ball aus einer beliebigen Entfernung (sinnvoll sind ca. 9 Meter) und wirft nach maximal drei Schritten Anlauf ohne Tippen und Prellen mit einem Schlagwurf auf das Tor. Alle übrigen Mit- und Gegenspieler müssen sich außerhalb des zentralen Streifens befinden. Wehrt der Torwart den Ball ins Spielfeld ab, oder prallt der Ball von Pfosten oder Latte ins Spielfeld zurück, wird weitergespielt. Erläuterung: Ein Strafwurf wird beim Handball als „Ausgleich“ für die Verhinderung einer klaren Torgelegenheit zugesprochen. Da für viele F - oder E - Jugendliche ein 7 - Meter - Strafwurf nur schwer zu verwandeln ist, ist das absichtliche Verhindern einer klaren Torchance (z.B. durch Festhalten von hinten oder Betreten des Torraums) im Allgemeinen „ein guter Deal“. Daher wird der Strafwurf als Penalty ausgeführt.

6.6 Zwei Mal 3 gegen 3 – die Spielregeln: Grundsätzlich finden die zuvor benannten Regeln Anwendung. Jedoch dürfen sich in einer Spielfeldhälfte jeweils nur 3 Spieler einer Mannschaft befinden. Das Überqueren der Mittellinie mit und ohne Ball ist nicht erlaubt. Wird die andere Spielfeldhälfte betreten, weil ein Spieler nicht mehr abbremsen konnte, so ist dies wie das Betreten des 6-Meter-Raums zu bewerten (Vorteilsgedanke, verlassen auf dem kürzesten Weg). Gleiches gilt für Abspiele im Sprung. Ein Regelverstoß wird mit Freiwurf für die abwehrende Mannschaft bestraft. Das Überqueren der Mittellinie zum Auswechseln ist gestattet.

7 Gemischte Mannschaften: In den Altersklassen der D, E und F-Jugend können gemischte Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Sobald ein Junge in der Mannschaft spielt, muss diese Mannschaft für den männlichen Spielbetrieb melden. Eine Beschränkung über Anzahl existiert nicht. Grundlage bildet §37, Abs. 4 SpO DHB.

8 Mannschaftsmeldungen und Passplicht: Vor Beginn des Spielbetriebs ist den Staffelleitern eine Mannschaftsliste abzugeben. Diese Regelung wird notwendig, wenn ein Verein sowohl in der 4+1 Staffel als auch in der 6+1 Staffel je mindestens eine Mannschaft gemeldet hat. Die genaue Vorgehensweise obliegt den Bezirken und Staffelleitern. Grundsätzlich sind SpielerInnen über die Mannschaftsliste eindeutig einer Mannschaft zuzuordnen. Innerhalb der Saison kann ein/e Spieler/in einmalig zwischen Mannschaften der 6+1 und 4+1 Staffel wechseln. Dieser Wechsel ist der Spielleitenden Stelle vorher schriftlich anzuzeigen. In der 4+1 Staffel besteht keine Passpflicht. Vor den Turnieren ist eine geeignete Mannschaftsliste abzugeben.

von: drh
Impressum | Datenschutz
Statistik
heute: 213
gesamt: 889930
online: 9
HG 85 Köthen e.V.
Heinz-Fricke-Sporthalle
An der Rüsternbreite
06366 Köthen

Tel.: +49 3496 55 13 22
Fax: +49 3496 55 13 79
eMail: info@hgkoethen.de
Werde Mitglied der HG 85 Köthen!
© KOETHENONLINE 2003-2019
Version 6.0 | Stand: 21.07.2019