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Ausnahmsweise gastiert am Sonntagnachmittag der HSV Apolda in der Heinz-Fricke-Halle in Köthen. Es ist nach dem Fight gegen den USV Halle der zweite Prüfstein an diesem Wochenende. Die taktische Vorbereitung musste durch diesen Umstand von Trainer Martin Lux komprimiert, die Regeneration, soweit es geht, optimiert werden. Erfreulicherweise hat Trainer Martin Lux auch für diese Partie seine Leistungsträger an Bord. Die HG 85 als Zweiter ist vom Papier her gegenüber den Thüringern zwar favorisiert, aber das Spiel wird wegen der Doppelbelastung an diesem Wochenende alles andere als leicht sein. Anwurf in der Heinz-Fricke-Halle ist um 17:00 Uhr. Achtmal standen sich beide Teams in der Köthener Spielstätte gegenüber. Siebenmal hieß der Sieger HG 85 Köthen und nur einmal HSV Apolda, das war vor 6 Jahren. Insgesamt kreuzten beide Mannschaften sechszehn Mal die Klingen. Das Ergebnis aus der Sicht der Bachstädter: 12 Siege, ein Remis und 3 Niederlagen. Es scheint, der HSV ist ein Gegner, der für Erfolgserlebnisse der Köthener prädestiniert ist. Die Gäste haben im Sommer keinen großen personellen Umbruch durchgemacht. Das Grundgerüst um Spielmacher Norbert Ban blieb der Mannschaft erhalten. Nils Schabran (Tor), Jannis Förster und Slobodan Veselinovic (RR) sind nicht mehr im Aufgebot. Neue Gesichter sind Torsten Dippmann (KM), der sich für ein Comeback entschieden hat, Tom Diestelberg (TW) und Sebastian Kirschke (TW). Im Januar wurde noch Vasil Vitanow als Neuzugang verpflichtet, der aber in den ersten drei Einsätzen nicht in der Torschützenliste auftaucht. Erst gegen den USV ist er mit 2 erzielten Toren in den Unterlagen der Statistik aufgelistet. Im Nachholspiel gegen den HC Elbflorenz II blieb er ohne Treffer, gegen Staßfurt ebenso. Kopfzerbrechen dürfte in Vorbereitung auf das Rückspiel dem jetzigen HSV-Trainer Igor Toskoski der Auftritt seiner Mannschaft im Hinspiel, das die Köthener 29:21 (16:9) gewannen, bereitet haben. Aus dem Team der Köthener trugen sich 9 Schützen in das Protokoll ein, während der Gastgeber nur 6 Vollstrecker aufzubieten hatte. Jan Schindler war mit 11/2 Treffern der beste Werfer des Spiels. Ihn bekam die Köthener Abwehr kaum in den Griff. Aber am Ende konnte auch er mit seiner überragenden Leistung die deutliche Niederlage nicht verhindern, weil die Bachstädter mannschaftlich geschlossen ihren Matchplan runterspulten und dabei wenig Fehler machten. Ganz großen Anteil am Doppelpunktgewinn hatte Christian Kanzler, der zur Hochform auflief. Der damalige Trainer Patrick Schatz versuchte es mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Auszeiten - ohne Erfolg. Nach fünf Niederlagen in den ersten fünf Punktspielen legte Patrick Schatz seinen Posten mit sofortiger Wirkung nieder. Danach ist der Nordmazedonier und ehemalige Torhüter Igor Toskoski in seine Funktion gerückt, um bessere Resultate zu erzielen. Die stellten sich aber nicht gravierend ein. Nach dem 19. Spieltag steht der HSV mit 10:28 Punkten auf Platz 14 der Tabelle, der aktuell den Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga bedeuten würde. In seinen Reihen sind nicht viele Spieler, die konstant bei Wurflaune und -erfolgen sind. Nur Jan Schindler (168 Tore, momentaner Torschützenkönig der Mitteldeutschen Oberliga) hat, aus dem linken Rückraum und vom 7m-Strich agierend, bisher die Abwehr der Kontrahenten vor Probleme gestellt. Allein 36 Prozent der Tore von ihm gehen auf das Konto seiner Mannschaft, die bisher nur 468 Tore erzielt hat. Auf diese einzige Gefahrenstelle haben sich in den letzten Spielen die Abwehrreihen der Gegner eingestellt. Gegen Delitzsch warf er nur noch 6/4 Tore, Pirna gestattete ihm 5, der Tabellenerste HC Burgenland 5/2 und beim USV Halle (6/3) fand man auch Lösungen, die Feuerkraft des Rückraumspielers zu reduzieren. Der HC Elbflorenz II ließ ihn wieder gewähren (14/4) und Staßfurts Trainer Sebastian Retting hatte wieder die strategischen Mittel parat, den HSV-Besten die Flügel zu stutzen. Ihm gelangen am Samstag gegen Staßfurt nur zwei Feldtore. Welche Lösung Trainer Martin Lux gegen den Shooter parat hat, wird man sehen. Bei allen Schwachstellen in der Offensive des HSV, der nur 468 Tore (111 weniger als die Bachstädter) zustande gebracht hat, die Köthener sollten sich von der momentanen Wurfflaute des Gegners nicht blenden lassen. Erfreulich ist, dass die Wurfgewalt und -breite in den Reihen des Gastgebers wesentlich breiter aufgestellt ist. Mit Lukas Krug (RL), Martin Danowski (Kreis), Frank Grohmann (RR) sowie Steven Just (RA) spielt die geballte Souveränität und Erfahrung. Die Genannten haben mit ihren bereits erzielten Treffern den größten Anteil an Platz 3 im Ranking der Angriffsformationen in der Liga. Anlass zum Optimismus, dass am Sonntag die zwei Punkte nicht in die Glockenstadt überwiesen werden, ergibt sich auch aus der Leistung unser Torhüter Christian Kanzler und Leonard Serfas, die in den letzten Spielen zu überzeugen wussten. Die Gastgeber können sich auf alle Fälle am Erfolg des Hinspiels orientieren. Geleitet wird die Begegnung vom Schiedsrichtergespann Nico Lippoldes und Arthur Punte (Perspektivkader des DHB) aus Sachsen.