… in dieser, an überraschenden Ergebnissen reichen Saison auch verstärkt gefragt sein wird. Zuletzt gegen Pirna stand die Abwehr sicher, die Angriffe wurden diszipliniert vorgetragen, die Chancen mehrheitlich genutzt. Der Tabellenführer überzeugte vor allem in …
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HG 85 Köthen will zeigen, dass sie zurecht Tabellenführer ist! Zum letzten Auswärtsspiel der Hinrunde reist am 2.4.2022 die 1. Männermannschaft der HG 85 Köthen zum HSV Apolda. In der Sporthalle "Am Sportpark" lief der aktuelle Tabellenführer sechsmal auf. Viermal ging er als Sieger vom Spielfeld und zweimal musste er dem Gastgeber den Vortritt lassen. Auch die Gesamtbilanz spricht für die Köthener, die gegen die Thüringer 10 Siege und nur drei Niederlagen vorzuweisen haben. Die Aufgabe, die die Bachstädter vor der Brust haben, ist nicht im Vorbeigehen zu lösen, wenngleich sie in den letzten drei Aufeinandertreffen stets als Sieger von der Spielfläche gingen. 2019/20 entführten sie mit dem 18:21 beide Punkte aus der Sporthalle "Am Sportpark". So lautet in diesem Match die Devise, dort anzuknüpfen, wo man aufgehört hat. Was sich nach einem simplen Rezept anhört, muss aber immer erst auf die Platte gebracht werden, idealerweise als Team. In dieser Hinsicht hat sich seit dem Antritt von Trainer Martin Lux einiges getan, wie unschwer auch in den Spielen bislang schon erkennbar war. Die Bachstädter treten geschlossenen auf, versprühen Spielfreude und Selbstbewusstsein, was in dieser, an überraschenden Ergebnissen reichen Saison auch verstärkt gefragt sein wird. Zuletzt gegen Pirna stand die Abwehr sicher, die Angriffe wurden diszipliniert vorgetragen, die Chancen mehrheitlich genutzt. Der Tabellenführer überzeugte vor allem in der zweiten Halbzeit mit Souveränität. Er suchte die Durchbrüche und fand sie auch und spielte immer dann, wenn sich die Gelegenheit bot, über die Außen und den Kreis. Dieses Erfolgsrezept zelebrierte der Tabellenerste auch beim Auswärtsspiel in Freiberg, wo er 25:30 gewann. Martin Lux wird in der Zeit bis zum Apolda-Spiel die bestimmenden Elemente des HSV-Spiels seinen Spielern umfassend in Wort und Bild vorgestellt haben. Dabei dürfte er die Strategie ins Zentrum seiner Bemühungen stellen, wie man die aktuell statistisch beste Abwehr der Liga knacken will, denn die hat insgesamt nur 282 Tore zugelassen. Gegen den Tabellenführer sind es 13 Treffer weniger. In der Glockenstadt will der Tabellenführer trotzdem zeigen, dass er zurecht ganz vorn steht und mit seiner Offensivkraft, die aktuell die meisten Tore (346) erzielt hat, dominieren kann. Apolda hat 52 Tore weniger als die Köthener geworfen. Die Gäste wissen, dass sie in der Lage sind, gegen personell gut besetzte Mannschaften zu bestehen. Sie haben neben der individuellen Klasse auch noch die mannschaftliche Geschlossenheit und die war bisher respektabel. Geduld ist auch diesmal in den Reihen der Gäste die Tugend der Stunde. Deswegen gilt für den Tabellenersten, auf sein vorbereitetes System zu vertrauen, ins Tempospiel zu kommen und von Anfang an Druck auf die HSV-Abwehr auszuüben. Die Thüringer haben ihren Kader nicht gravierend verändert. Ihre Leistungsträger sind erhalten geblieben. Die Abgänge von Niklas Seifert (3. Liga) und Micki Schwarz (unbekannt) wurden durch die Zugänge Jannis Förster (KM) und Nils Schabran (TW) quantitativ ausgeglichen. Der HSV-Kader birgt erwartungsgemäß einige Gefahren, die größten von den Halbpositionen. Die HG 85 - Abwehr muss versuchen, Slobodan Veselinovic (RR) und Jan Schindler (RL) weit von der Abwehr fernzuhalten. Beide sind die erfolgreichsten Werfer des Gastgebers. Sie haben 33 Prozent der Tore geworfen. Der eigentlich Dritte im Bunde, Sebastian Triller, wird definitiv fehlen, denn er laboriert an einer Sprunggelenkverletzung (Bänderriss im Fuß). Auf Platz 6 der Tabelle können sich die Thüringer durchaus Hoffnung machen, in der Aufstiegsgruppe, die nach der Hinrunde gespielt wird, dabei zu sein. Sie haben in dieser Saison bereits ihr Potential unter Beweis gestellt. Mit 4:0 Punkten sind sie in die laufende Spielzeit gestartet. Das war auswärts gegen Bad Blankenburg (22:26) und zu Hause gegen Aue II (31:24) ein Auftakt nach Maß für das Team von Trainer Patrick Schatz. Doch die Niederlagen auswärts gegen Jena (25:16), Halle (26:24), Delitzsch (21:19) und Freiberg (20:18) waren ein Rückschlag. Dass der HSV der erste Doppelpunktlieferant zuletzt in Sonneberg war, ist schon eine Überraschung. Anderseits sollte der Auswärtssieg in Pirna (25:27) und der deutliche Heimerfolg gegen Aschersleben (35:20) eine Warnung für die Bachstädter sein. Überhaupt ist die Heimbilanz in der laufenden Saison sehenswert: 9:1 Punkte! Der momentane Lauf des Tabellenführers lässt hoffen, die Siegserie von 5 Spielen in Folge nicht abreißen zu lassen. Martin Danowski (21. / TSL), inzwischen in der Abwehr unverzichtbar, hat die feste Absicht, sich auch in der Nahwurfzone immer besser zu entfalten, vorausgesetzt, er wird ausreichend „gefüttert“. In Freiberg war das der Fall. Und auf den Halbpositionen braucht sich Trainer Martin Lux keine Sorgen machen, denn hier agieren mit Lukas Krug (5. / TSL) und Frank Grohmann (10. / TSL) zwei Werfer, die das Niveau in der Mitteldeutschen Oberliga mit prägen. Inzwischen ist auch Justin Milkow wieder von seinem Magen-Darm-Infekt befreit. Er wies im Spiel gegen Pirna seine Torgefahr nach. Sorgen dürfte dem HG 85-Coach das Fehlen des verletzten Steven Just bereiten, der wegen einer Handgelenkverletzung definitiv nicht spielen kann. Oscar Winter ist bereit, den Verletzten auf der rechten Außenbahn zu vertreten. Das Spiel leiten die Herren Marco Hoffmann und Thomas Pinkert.