… urch den Kopf, wenn du diese Zahl hörst? „Wo ist nur die Zeit geblieben?“ Du gehörst mit 35 Jahren noch immer zu den Leistungsträgern der Mannschaft. Was motiviert dich, Woche für Woche alles für die HG 85 zu geben? „Ich muss mich nicht großartig motivieren. D …
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300 Punktspiel für die HG 85 Köthen Steven, du stehts aktuell auf dem 15. Rang der Torschützenliste der RLM und bestreitest am kommenden Wochenende dein 300. Punktspiel für die HG 85 Köthen. Das ist eine Leistung, die im heutigen Handballspielbetrieb Seltenheitswert besitzt. Was macht die HG 85 für dich persönlich so besonders, dass du dem Verein über so viele Jahre die Treue gehalten hast? „Über die vielen Jahre hat man viele Leute kennengelernt, sei es auf oder neben dem Handballfeld. Es sind über diese Zeit viele Freundschaften entstanden und gewachsen. Man hat von seinem 1. Punktspiel an bis zum heutigen immer Unterstützung erfahren, sei es durch Trainer, Betreuer, Sponsoren und natürlich auch durch die Fans. Dafür möchte ich mich bedanken. Der Verein ist meine Heimat geworden. Er ist für mich wie eine große Familie. Solch ein Gemeinschaftsgefühl hat im Vereinsleben einen Seltenheitswert.“ Wenn du auf die 299 Spiele zurückblickst: Worauf bist du besonders stolz? „Sportlich gesehen, auf den Meistertitel in der Regionalliga und die Saison in der 3. Handball-Bundesliga. Auch wenn wir am Ende in der Relegation abgestiegen sind und es nicht ganz für den Klassenerhalt gereicht hat.“ Als du dein erstes Punktspiel für die HG 85 bestritten hast, hättest du damals jemals gedacht, die Marke von 300 Spielen zu erreichen? „Natürlich habe ich im Leben nicht daran gedacht, mal 300 Spiele im Trikot der HG 85 Köthen zu bestreiten. Es gibt nur drei Spieler, die solch eine Marke erreicht haben. Natürlich hatte ich auch das Glück, von großen Verletzungen verschont geblieben zu sein. Deswegen macht mich solch eine Zahl schon stolz.“ 300 Spiele bedeuten unzählige Trainingsstunden, inklusive Hin- und Rückfahrt von deinem Wohnort Leipzig nach Köthen, Auswärtsfahrten, Siege, Niederlagen und Emotionen. Was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Zahl hörst? „Wo ist nur die Zeit geblieben?“ Du gehörst mit 35 Jahren noch immer zu den Leistungsträgern der Mannschaft. Was motiviert dich, Woche für Woche alles für die HG 85 zu geben? „Ich muss mich nicht großartig motivieren. Der Verein setzt alles daran, mich als Spieler zu unterstützen, sei es auf oder neben dem Spielfeld. Auch die Zuschauer, die unsere Heimspiele jedes Mal aufs Neue lautstark unterstützen und uns zum Sieg treiben wollen, sind mir wichtig. Dies ist Motivation genug, Woche für Woche alles für die HG 85 zu geben.“ Du hast verschiedene Generationen von Spielern kommen und gehen sehen. Welche Veränderungen im Verein und im Handball haben dich am meisten geprägt? „Ich habe in meiner bisherigen Zeit bei der HG 85 Köthen drei verschiedene Präsidenten erlebt. Angefangen bei Andreas Auerbach (der mich damals nach Köthen geholt hat), über Dr. Bodo Kreutzmann und aktuell Marcus Pesth. Jede Dekade war und ist unterschiedlich. Aber die prägendste für mich als Spieler war die unter Andreas Auerbach. Man war jung und Andreas Auerbach war ein Mann der klaren Worte. Da wusste man schnell wie es im Verein läuft und was man zu tun hatte. Aber es ist schön anzusehen, wie der Verein sich über die Jahre verändert und entwickelt hat und wie er sich jetzt präsentiert. Angeführt von Marcus Pesth als Präsident, ist der Verein sportlich in der Spitzengruppe der Mitteldeutschen Regionalliga zurück und eine gute Adresse für den Handball in Mitteldeutschland. Im Verein wird über Jahre gute Nachwuchsarbeit geleistet, was man jetzt anhand der jungen Spieler sieht, die in der ersten Männermannschaft nach und nach Fuß fassen. So Jan- Malte Matz, die Schütte-Brüder oder Henning Rosenkranz. Der Verein verfolgt meines Erachtens, mit Blick auf die Zukunft, einen sehr guten Weg.“ Gibt es ein Spiel, ein Tor oder einen besonderen Moment im HG-Trikot, an den du immer wieder gern zurückdenkst? „Ja, an die Saison 2013/14, vorletzter Spieltag in Halle gegen den USV Halle, damals noch HC Einheit Halle. Das war das entscheidende Spiel um den Aufstieg in die 3. Handball-Bundesliga. Dieses Spiel konnten wir siegreich gestalten.“ Du zählst zu den erfolgreichsten Spielern der Regionalliga Mitteldeutschland. Welche Bedeutung haben solche persönlichen Meilensteine für dich? „Natürlich ist es schön, persönliche Statistiken zu lesen oder Meilensteine zu erreichen, besonders dann, wenn diese auch noch positiv sind. Das macht einen schon stolz. Aber am wichtigsten ist der Erfolg der Mannschaft und dieser sollte immer im Vordergrund stehen. Ich hatte über Jahre gute Mitspieler, Förderer und Unterstützer, die einen großen Anteil daran haben, jeden einzelnen von diesen Meilensteinen erreicht zu haben.“ Viele junge Spieler schauen zu dir auf. Welche Werte möchtest du ihnen als erfahrener Spieler mit auf den Weg geben? „Ich meine, junge Spieler müssen ihre Erfahrungen selbst sammeln. Das kommt von allein über die Jahre von den Spielen, die man gespielt oder Situationen, die man erlebt hat. Wozu ich beitragen kann, ist, manche Abläufe zu erklären oder andere Wege aufzuzeigen, die zum Erfolg führen, einfach Tipps geben. Was jedoch die Grundvoraussetzung ist, ist der absolute Wille und die Zielstrebigkeit.“ Welche Mitspieler oder Trainer haben deinen Weg bei der HG 85 besonders beeinflusst? „Ich hatte viele gute Trainer und Mitspieler. Ob einer davon meinen Weg bei der HG 85 beeinflusst hat, weiß ich aktuell nicht. Ich versuche einfach, in jedem Spiel mein Bestes zu geben. Und das scheint mir ja bis jetzt mit 1289 Toren ganz gut gelungen zu sein.“ Wenn du deine bisherige Karriere bei der HG 85 in drei Worten beschreiben müsstest: Welche wären das? „Loyalität, Stolz, Gemeinschaft“. Gab es in deiner langen Laufbahn Momente, in denen du ans Aufhören gedacht hast? Was hat dich weitermachen lassen? „Es gibt immer Veränderung im Leben, die den ein oder anderen Gedanken anregen, aber direkt ans Aufhören habe ich nie gedacht. Ich habe einen sehr guten Rückhalt von meiner ganzen Familie, die mir den Rücken freihält und stärkt. Nur durch diese Grundlage ist es mir möglich, den Handballsport so auszuüben, wie ich es mir vorstelle. Ohne diese Unterstützung wäre das Ganze gar nicht in dieser Form möglich.“ Du bist seit Jahren das Gesicht auf der Rechtsaußenposition der 1. Männermannschaft. Wie hat sich dein eigenes Spiel im Laufe der Zeit verändert? „Puhh, das müssen eigentlich andere beurteilen, die mich spielen sehen. Mein Papa sagt mir öfter, dass ich früher risikofreudiger war. Ich weiß nicht, ob da etwas dran ist.“ Hand aufs Herz: Welche Ziele hast du noch mit der Mannschaft und persönlich für die kommenden Jahre? „Das Ziel mit der Mannschaft ist für mich klar, kurz oder langfristig, wieder um Medaillen und die Meisterschaft in der Regionalliga Mitteldeutschland mitzuspielen. Und ich glaube, wir befinden uns auf einem zurzeit sehr guten Weg. Was meine persönlichen Ziele angeht, natürlich der Mannschaft dabei zu helfen, diese Ziele zu erreichen. Ob noch für kommende Jahre, das weiß ich nicht. Das liegt in den Händen des Vereins. Auf jeden Fall kann ich für mich sagen, dass ich mich körperlich sehr gut fühle und da auch noch ein bisschen was im Tank ist.“ Stell dir vor, du könntest dem jungen Steven vor seinem ersten Punktspiel bei der HG 85 Köthen einen Rat geben. Was würdest du ihm heute nach 299 Spielen sagen? „Keine Ahnung, ob ich jetzt für den jungen Steven einen Rat hätte. Vielleicht, dass er nicht aufgeregt sein braucht. Wenn man die 299 absolvierten Spiele betrachtet, lief es ja nicht so schlecht für mich.“