Ergebnis
32 : 26
HG 85 Köthen : HV Rot-Weiß Staßfurt
Aufstellung
HG 85 Köthen: Christian Kanzler, Leonard Serfas, Johann Schütte; Benet Fenyö 1, Lukas Krug 6, Tim Gmirek 2, Frank Grohmann 10/4, Moritz Brodowski 3, Laurenz Brodowski, Jakob Hensen 5, Yasin Jaidi 1, Steven Just 3, Ludwig Schütte, Tarek Jaidi 1
HV R-W Staßfurt: Sebastian Schliwa, Calvin Kleineidam; Steffen Cieszynski 1, Niklas Danowski 4, Justus Max Kluge 5, Tim Steffen 3, Gene Colin Heinrichs 2, Malvin Haeske 6, Nils Hähnel 3, Oscar Peter Winter, Tommes Reiner Vehse 1, Jens Osterloh 1, Robin Danneberg, Luca Standhardt
HG 85 dominiert mit geschlossener Mannschaftsleistung gegen Staßfurt
Die HG 85 Köthen kann sich auf ihren Heimsieg gegen dem HV R-W Staßfurt etwas einbilden: Mit dem 32:26 (17:13) - Sieg ist ihr nicht nur eine wichtige Reparaturarbeit im Tabellenbild gelungen, sondern auch eine Wiedergutmachung nach der Hinspielniederlage in Staßfurt. Mit dem Doppelpunktgewinn hat sie einen "Tabellen-Quantensprung" von Platz 8 auf 5 vollzogen. Im Blick auf das Ergebnis war das Derby am Freitagabend ein Handball-Leckerbissen. Was sich bei den Gästen nach dem Hinspielsieg diesmal wieder zum Selbstläufer entwickeln sollte, entpuppte sich nach 60 Minuten als Rohrkrepierer. Die Bachstädter dominierten auf der Grundlage einer erfolgreicheren Spielkonzeption. Das Derby hielt, was es versprach: Tempo, Leidenschaft, tolle Tore und glänzende Torhüter.
Die Gäste hatten nach einer Flaute des Gastgebers zwischen der 31. und 41. Minute keine reelle Chance mehr, dieses Spiel zu gewinnen, denn die Gastgeber wirbelten mit schnellem und trickreichem Kombinationsspiel die Gästeabwehr so durcheinander, dass die Staßfurter am Ende mit leeren Händen dastanden. Das kampfbetonte, faire Duell entschied u.a. auch die individuelle Qualität mehrerer Spieler, allen voran Frank Gohmann, der mit 10/4 Treffern zum erfolgreichsten Schützen avisierte. Der 36-jährige Rückraumrechte agierte kraftvoll, dynamisch und mit unwiderstehlichem Zug zum Tor. Aber auch die Köthener Torhüter Christian Kanzler und Leonard Serfas lieferten mit ihren Paraden ihren Anteil am völlig verdienten Punktgewinn ab. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die die Lux-Schützlinge ablieferten. Nach Spielende bilanzierte Kreisläufer Moritz Brodowski, der in diesem Spiel seinen 100. Treffer für die Bachstädter erzielte: "Ich freue mich, dass wir uns in diesem Derby für eine sehr gute erste Hälfte belohnt haben und wir uns nach einem Ein-Tore-Rückstand erfolgreich wieder in die Erfolgsspur zurückgekämpft haben. Wir haben deutlich gezeigt, dass wir gegen Staßfurt gewinnen können."
Der Unterhaltungswert lebte auch von der sehr guten Spielleitung der Unparteiischen Maurice Oelsner und Moritz Pach.
Das Spielkonzept von Trainer Martin Lux sah vor, mit einer stabilen Deckung und lang vorgetragenen Angriffen die Staßfurter zu zermürben, was bis zur 13. Minute (10:3) deutlich gelang. Die Torwartleistung von Christian Kanzler war mit ein Grund, weshalb der Gastgeber in diesem Zeitfenster so dominierte. Auffallend war außerdem, dass die Staßfurter Angreifer mehrere Bälle über oder neben das Tor warfen. Die HG 85 -Deckung verstellte ihnen geschickt die Wege und ließ erfolgreiche Wurfpositionen mehrfach nicht zu. So bedurfte es für die Rot-Weißen schon nach knapp neun Minuten (7:3) einer frühen Auszeit-Notbremse. Doch die half nicht, dass Svajunas Kairis sein Team danach Sand ins Getriebe des HG 85-Spiels Sand werfen konnte. Im Gegenteil, mit einer weiteren Fehlerrate und Ballverlusten gewährten die Gäste das weitere HG 85-Konterspiel, das sehenswerte Anspiele und Tore enthielt. Die Bachstädter kamen aus einer starken und soliden Abwehr zu Chancen und blieben durch schnelle Gegenstöße bis zur Halbzeit in Front. Beim Stand von 17:13 wurden die Seiten gewechselt.
Mit dem Wiederanpfiff ließen plötzlich die Staßfurter die Muskeln spielen, führten in der 37. Minute 19:18. Doch zwei Minuten später egalisierte Frank Grohmann mit seinem 4. sicher platzierten Strafwurf und Yasin Jaidi brachte eine Zeigerumdrehung später seine Mannschaft wieder in Führung. Justus Kluge gelang noch einmal der Ausgleichstreffer (42.). Danach hatte der Gastgeber die Partie wieder im Griff und setzte zur Entscheidung an. Die HG 85-Defensive, jetzt mit Torhüter Leonard Serfas, gab der HV-Offensive einige unlösbare Rätsel auf. Zwischen der 45. und 55. Minute waren die Gäste nicht in der Lage, auch nur einen Treffer zu erzielen. Diese Schwäche nutzten die Hausherren konsequent und marschierten durch Tore von Tim Gmirek, Frank Grohmann und Jakob Hensen zum 28:21 ( 53.). Mit jeder geglückten Aktion gewannen die Hausherren wieder an Selbstvertrauen. In der 57. Minute erzielte Tarek Jaidi mit einem Rückhandtreffer sein 100. Tor im Dress der 1. Männermannschaft, dass den 29:22-Zwischenstand markierte. Die restlichen drei Treffer gingen auf das Konto von Jakob Hensen (2) und Tim Gmirek, der vor dem Spiel für seinen 100. Einsatz in der 1. Männermannschaft geehrt wurde.