News vom 11.05.2026 (16:00 Uhr)
Spielbericht aus Eisenach
Knapp 40 Tore geworfen, aber nahezu 50 Gegentore kassiert

Nach 39:48 (17:20) -Heimniederlage gegen die HG Köthen steht es fest, der ThSV Eisenach II muss zurück in die Oberliga Thüringen.

Vor einem Jahr bejubelte der ThSV Eisenach den erstmaligen Aufstieg seiner zweiten Männermannschaft in die Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes. Es wurde nur ein einjähriges Intermezzo. Nach dem vorletzten Spieltag der Saison 2025/2026 steht fest, der ThSV Eisenach II muss zurück in die Oberliga Thüringen. Über weite Strecken der Saison rangierte das Team um Spielertrainer Qendrim Alaj auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstieg deutete sich schon lange an. Just an dem Tag, an dem die Mannschaft erstmals in den schmucken neuen Trikots mit dem MHV-Logo auflaufen konnte, besiegelte eine 39:48 (17:20) -Heimniederlage gegen die HG 85 Köthen das Kapitel 4. Liga. Trotz des nahezu zeitgleich im nicht weit entfernten Kassel stattfindenden Bundesliga-Punktspieles des ThSV Eisenach bei der MT Melsungen waren über 300 Zuschauer, darunter auch Eisenachs Oberbürgermeister Christoph Ihling, in die Werner-Aßmann-Halle gekommen, um den ThSV Eisenach II zu unterstützen. Mit einem Sieg – und Schützenhilfe – wäre die Tür zum Klassenerhalt einen winzigen Spalt offengeblieben. "Unterm Strich hat es nicht gereicht", konstatierte Spielertrainer Qendrim Alaj rückblickend auf die Saison. Die junge Mannschaft habe in dem einen Jahr aber viel gelernt.

Maarten Elwert mit Comeback

Stanislaw Gorobtschuk, Torwarttrainer des ThSV Eisenach, zuletzt im Tor der ThSV-Zweiten, musste an diesem Tag im Eisenacher Bundesligateam aushelfen, stand nicht zur Verfügung. Aron Büchner (22 Jahre) und Lukas Mingram (18) bildeten das Torhüterduo. An ihnen lag es nicht, dass der ThSV Eisenach II fast 50 Gegentore kassierte. Die hohe Zahl der Gegentore im gesamten Saisonverlauf ist sicherlich ein Hauptgrund für den Abstieg. Nahezu 1.000 Gegentreffer nach 29 Spielen, exakt 998 und damit im Schnitt 34,41, sind Beleg für eine besondere Schwäche. Diese konnte durch bisher 880 eigene Treffer (im Schnitt 30,34) nicht kompensiert werden. Die vielen Gegentore hatten ihren Ausgangspunkt nämlich auch an technischen Fehlern im Vorwärtsgang, die die Kontrahenten zum Gegenstoßspiel einluden. Wie am Samstag gegen die HG Köthen. "Leider unterliefen uns in Ballbesitz zu viele technische Fehler, wodurch wir immer wieder Gegenstoßtreffer kassierten", bilanzierte der junge Maarten Elwert. Der 20-jährige Linkshänder feierte nach einer langen Verletzungspause (Kreuzbandriss sowie Außen- und Innenmeniskusriss) sein Comeback. Er dürfte nächste Saison im rechten Rückraum gesetzt sein. Zum Team der nächsten Saison werden Rückraumspieler Ole Gastrock-Mey (Wechsel zum Northeimer HC) sowie Torhüter Christian Trabert, Kreisspieler Max Schlotzhauer und Linksaußen Ardit Ukaj (alle Karriere-Ende) nicht gehören. Sie wurden ebenso wie Teammanager Patrick Theuvsen verabschiedet. "Danke an unsere Fans, dass die Verabschiedungen in einem würdigen Rahmen erfolgen konnten", betonte Qendrim Alaj.

Es wird nichts mit einem Abstiegs-Showdown am letzten Spieltag

"Ich bin megaenttäuscht. Wir hatten auf ein Abstiegsendspiel am letzten Spieltag in Wittenberg gehofft. Die HG Köthen präsentierte sich als Spitzenmannschaft der Liga. Sie rangiert auf dem 4. Tabellenplatz. Sie beantwortete jeden unserer Tore Sekunden später mit eigenem Torerfolg. Und das von allen Positionen", resümierte Qendrim Alaj, der im Angriff auf dem Parkett stand, für Abwehraufgaben für Routinier Duje Miljak abgelöst wurde. Nur beim 1:1 (Gastrock-Mey/ 2.Min.) leuchtete ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Die Gäste, um den torgefährlichen Yasin Noah Jaidi (13 Treffer) nutzten die Eisenacher Fehler in Ballbesitz von Beginn per Umschaltspiel. Beim Stand von 1:5 nach 6 Minuten griff Qendrim Alaj bereits zur grünen Karte. Kurz darauf scheiterte er vom Siebenmeter-Strich am 18-jährigen Gäste-Keeper Johann Schütte. Hoffnung keimte, als Leif Katzwinkel und Conrad Ruppert zum 3:5 ins leere Köthener Gehäuse trafen (8.). Einen Fehler des eingewechselten Julius Brenner nutzte Steven Just zum 4:9 (12.). Mit der Hereinnahme von Maarten Elwert erfuhr Eisenachs Angriffsspiel mehr Torgefahr. Er verkürzte per Doppelpack zum 11:13 (23.). Der Anschlusstreffer gelang auch nach dem 15:17 (Katzwinkel/27.) und 17:19 (Schlotzhauer/30.) nicht. Beim 17:20 zur Halbzeitpause war noch keine Vorentscheidung gefallen.

50 Treffer in der 2. Halbzeit

Der ThSV Eisenach II startete mit Leif Katzwinkel auf Links- und Armend Alaj auf Rechtsaußen, Julius Brenner, Qendrim Alaj und Maarten Elwert im Rückraum, Max Schlotzhauer am Kreis und Aron Büchner im Tor in den zweiten Spielabschnitt. Die HG Köthen um den 20-jährigen Benet Fenyö als Spielgestalter, vom mitgereisten Anhang lautstark unterstützt, zog kombinationssicher ihr Angriffsspiel auf, traf zum 21:28 (39.). Kurz zuvor war Eisenachs 19-jähriger Marec Stupka am eingewechselten knapp 20 Jahre älteren eingewechselten Christian Kanzler im Kasten der HG Köthen im Siebenmeterduell gescheitert. Mit einem Personalwechsel versuchte der ThSV Eisenach II noch das Blatt zu wenden. Jannes Rehm, Ole Gastrock-Mey und Armend Alaj besetzten den Rückraum. Kurz darauf nutzten die Gäste einen Ballgewinn zum Wurf ins leere ThSV-Gehäuse, zum 22:31 (42.). Souverän dominierten die Gäste aus der Kreisstadt des sachsen-anhaltischen Landkreises Anhalt-Bittenfeld. Mit einem Fehlerfestival erfuhren sie vom ThSV Eisenach II allerdings kräftige Hilfe. Die Eisenacher Zuschauer rauften sich die Haare. Die Abwehr des ThSV Eisenach II hatte längst den Zugriff verloren. Mit einfachen Körperfinten kamen die Gäste zum freien Torwurf. Treffer fielen auf beiden Seiten wie reife Früchte. Beim 33:43 (55.) führten die Gäste gar mit 10 Treffern. Der eingewechselte 17-jährige Louis Kryeziu, bei der klaren Hinspielniederlage in Köthen bester Eisenacher, nutzte seine Leichtfüßigkeit zu 3 Treffern. Ole Gastrock-Mey beendete die 50-Treffer-Flut der zweiten Halbzeit, die in separater Wertung 28:22 an die HG Köthen ging.

Statistik

ThSV Eisenach II: Büchner, Mingram; Brenner (5), Rehm, Rothhämel, Ruppert (3), Miljak, Schlotzhauer (1), Kryeziu (2), Gastrock-Mey (6), Ukaj (1), A. Alaj (7/1), Katzwinkel (3), Q. Alaj (3), Elwer (3), Stupka (5/1) HG 85 Köthen: Kanzler, Serfas, J. Schütte; Krug (3), Gmirek (5), Hensen (5), T. Jaidi (3), Just (5), Milkow (6), Y. Jaidi (13/3), Fenyö (3), L. Schütte (3), Brodowski (2)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 5 x 2 Min. – HG Köthen 5 x 2 Min.

Siebenmeter: ThSV Eisenach II 2/4 – HG Köthen 3/3

Schiedsrichter: Oelsner/Pach

Zuschauer: 333

Quelle: Thomas Levknecht

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Version 6.0 | Stand: 21.07.2019